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Blogthemen finden: Ideen aus dem Arbeitsalltag

Veröffentlicht: 5 Min. Lesezeit

"Worüber sollen wir denn schreiben?" Diese Frage stoppt viele Firmenblogs, bevor sie anfangen. Dabei haben gerade kleine Betriebe mehr Themen, als sie je schreiben könnten. Sie liegen nur nicht in einer Ideenliste, sondern verteilt im Alltag: in Telefonaten, E-Mails, Angeboten und Gesprächen auf der Baustelle oder am Empfang.

Warum Themen aus dem Alltag die besten sind

Ein Thema aus dem eigenen Betrieb hat drei Vorteile. Erstens wissen Sie, dass sich wirklich jemand dafür interessiert, denn die Frage wurde Ihnen gestellt. Zweitens können Sie aus Erfahrung antworten und nicht nur aus Recherche. Drittens klingt der Artikel automatisch nach Ihnen, weil Sie die Antwort schon dutzendfach gegeben haben.

Google beschreibt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten genau das als Qualitätsmerkmal: Inhalte, die eigene Erfahrung zeigen, etwa weil man ein Produkt selbst genutzt oder einen Ort selbst besucht hat.

Zehn Quellen für Blogthemen im Betrieb

  1. Telefonate: Welche Fragen stellen Anrufer, bevor sie einen Termin machen?
  2. E-Mails und Kontaktformular: Durchsuchen Sie die Anfragen der letzten Monate nach wiederkehrenden Fragen.
  3. Angebote: Welche Positionen müssen Sie oft erklären? Warum kostet etwas, was es kostet?
  4. Einwände: Warum sagen Interessenten ab oder zögern? Daraus werden ehrliche Vergleichsartikel.
  5. Reklamationen und Missverständnisse: Was hätte die Kundschaft vorher wissen sollen?
  6. Das Team: Fragen Sie Mitarbeitende am Empfang, im Lager oder im Außendienst. Sie hören oft andere Fragen als die Chefin.
  7. Bewertungen: Was loben oder kritisieren Kundinnen und Kunden bei Ihnen und bei Mitbewerbern?
  8. Jahreszeiten und Fristen: Was wird jedes Jahr zur gleichen Zeit gefragt?
  9. Neuerungen in Ihrem Fach: Neue Vorschriften, Materialien, Geräte oder Abläufe.
  10. Die Suche selbst: Tippen Sie ein Stichwort in Google ein und schauen Sie, welche Ergänzungen vorgeschlagen werden und welche Fragen unter "Ähnliche Fragen" auftauchen.

So sammeln Sie Ideen nebenbei

Der größte Fehler ist, Themen nur dann zu suchen, wenn ein Artikel fällig ist. Dann fällt einem nichts ein. Besser ist eine Sammelstelle, in die alle jederzeit etwas eintragen können:

  • eine gemeinsame Notiz auf dem Handy, die das ganze Team bearbeiten kann,
  • eine Spalte "Ideen" in Ihrem Redaktionsplan,
  • ein Zettel am Empfang oder in der Werkstatt, den jemand einmal pro Woche abtippt.

Notieren Sie die Frage möglichst im Wortlaut der Kundschaft. "Muss ich bei der Wärmepumpe den Garten aufreißen?" ist als Ausgangspunkt viel besser als "Wärmepumpe Erdarbeiten".

Aus einer Frage ein Thema machen

Nicht jede Frage ergibt einen eigenen Artikel. Prüfen Sie jede Idee mit drei Fragen:

PrüffrageWenn jaWenn nein
Fragen das mehrere Menschen?eigener Artikelals Abschnitt in einen größeren Artikel
Kann ich mehr als drei Sätze dazu sagen?eigener Artikelin eine FAQ-Sammlung
Passt es zu dem, was ich verkaufe oder anbiete?hohe Prioritätniedrige Priorität oder streichen

Beispiele aus verschiedenen Branchen

  • Kanzlei: "Welche Unterlagen brauche ich für die erste Steuererklärung als Selbstständige?"
  • Immobilienmakler: "Was passiert beim Notartermin für einen Hausverkauf?"
  • Onlineshop für Gartengeräte: "Akku oder Benzin: Welcher Rasenmäher für 500 Quadratmeter?"
  • Physiotherapie: "Was ziehe ich zur ersten Behandlung an?"
  • Agentur: "Was kostet eine Website-Wartung und was gehört dazu?"

Mehr Beispiele für einzelne Branchen finden Sie auf unseren Seiten für Handwerksbetriebe und Onlineshops.

Themen nach Priorität sortieren

Haben Sie 30 Ideen gesammelt, fangen Sie nicht beim erstbesten an. Sortieren Sie nach drei Kriterien:

  1. Nähe zum Geschäft: Themen, die direkt zu einer Leistung führen, kommen zuerst.
  2. Häufigkeit: Fragen, die Sie jede Woche hören, vor solchen, die einmal im Jahr kommen.
  3. Aufwand: Ein einfacher Artikel zum Einstieg motiviert mehr als ein großes Projekt, das wochenlang liegen bleibt.

Ein Thema, mehrere Artikel

Manche Fragen sind größer, als sie zunächst wirken. "Was kostet ein neues Bad?" lässt sich kaum in einem Artikel ehrlich beantworten, weil die Antwort von Größe, Ausstattung und Zustand abhängt. Hier lohnt es sich, ein Thema in mehrere Beiträge aufzuteilen, die sich gegenseitig verlinken:

  • ein Überblicksartikel mit den wichtigsten Kostenfaktoren,
  • ein Artikel zur Frage, wann sich eine Teilsanierung statt einer Komplettsanierung anbietet,
  • ein Artikel zum Ablauf, von der Beratung bis zur Abnahme,
  • ein Artikel zu typischen Überraschungen im Altbau, etwa alte Leitungen hinter den Fliesen.

So entsteht aus einer einzigen Kundenfrage ein kleiner Themenschwerpunkt. Für Leserinnen und Leser ist das hilfreicher als ein riesiger Text, in dem sie die passende Stelle suchen müssen.

Die umgekehrte Richtung: Fragen bündeln

Umgekehrt gibt es viele kleine Fragen, die für einen eigenen Artikel zu dünn sind. "Muss ich beim Fenstertausch zu Hause sein?", "Wird es dabei sehr laut?", "Was passiert mit den alten Fenstern?" gehören zusammen in einen Artikel "Fenstertausch: Was am Tag der Montage passiert". Bündeln Sie solche Fragen, statt drei dünne Beiträge zu schreiben, die sich kaum voneinander unterscheiden.

Was Sie besser nicht als Blogthema nehmen

  • Themen, die nichts mit Ihrem Angebot zu tun haben, nur weil sie oft gesucht werden.
  • Reine Firmennachrichten ohne Nutzen für Leser, etwa "Wir haben einen neuen Drucker".
  • Themen, bei denen Sie nur wiedergeben können, was überall steht.
  • Fälle von Kundinnen und Kunden mit erkennbaren Details, ohne deren Einverständnis.

Checkliste: Ihre Themenliste in einer Woche

  • Sammelstelle für Ideen eingerichtet und dem Team gezeigt
  • letzte 50 Anfragen per E-Mail nach Fragen durchgesehen
  • Team nach den häufigsten Fragen gefragt
  • saisonale Themen für die nächsten zwölf Monate notiert
  • jede Idee als Frage formuliert
  • Liste nach Nähe zum Geschäft und Häufigkeit sortiert

Häufige Fragen

Kann ich eine KI nach Themenideen fragen?

Ja, als Ergänzung. KI-Vorschläge sind ein guter Anstoß, aber oft allgemein. Gleichen Sie sie mit den Fragen ab, die Ihnen wirklich gestellt werden, und nehmen Sie nur auf, was zu Ihrer Kundschaft passt.

Was tun, wenn ein Mitbewerber schon über mein Thema geschrieben hat?

Schreiben Sie trotzdem, aber besser: mit eigener Erfahrung, Beispielen aus Ihrer Region, eigenen Fotos und einer klareren Antwort. Kopieren Sie nichts.

In Blog Automation gibt es dafür ein Ideen-Board: Sie notieren Themen mit Priorität und Fokus-Keyword oder lassen sich Vorschläge machen, und aus einer Idee wird mit einem Klick ein Entwurf, den Ihr Team prüft.

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