"Wie oft müssen wir bloggen, damit es etwas bringt?" Die ehrliche Antwort: Es gibt keine feste Zahl, ab der Google oder Ihre Leserinnen und Leser Sie belohnen. Wer etwas anderes verspricht, kann es nicht belegen. Was es gibt, sind gute Gründe für einen bestimmten Rhythmus und typische Fehler, die einen Blog nach wenigen Wochen einschlafen lassen.
Was Google zur Häufigkeit sagt
Google nennt keine ideale Zahl an Beiträgen pro Woche. In den Hinweisen zu hilfreichen Inhalten fragt Google stattdessen, ob Inhalte in erster Linie für Menschen erstellt werden oder um Suchmaschinen zu gefallen. Ausdrücklich als Warnsignal genannt wird, viele Inhalte zu vielen Themen zu produzieren in der Hoffnung, dass einige davon gut ranken.
Die Spam-Richtlinien gehen noch weiter: Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert gelten als "scaled content abuse", egal ob sie von Menschen, mit KI oder einer Mischung entstehen. Mehr ist also nicht automatisch besser. Entscheidend ist, dass jeder Artikel eine echte Frage beantwortet.
Die drei Faktoren, die Ihren Rhythmus bestimmen
1. Wie viele echte Themen haben Sie?
Setzen Sie sich zehn Minuten hin und notieren Sie alle Fragen, die Kundinnen und Kunden Ihnen stellen. Kommen Sie auf 20 Fragen, reicht das für ein knappes Jahr mit zwei Artikeln pro Monat. Kommen Sie auf 60, können Sie mehr schreiben. Fallen Ihnen nur fünf ein, sollten Sie erst sammeln und dann starten.
2. Wie viel Zeit hat die Person, die prüft?
Selbst wenn eine Agentur oder eine KI die Entwürfe liefert, muss jemand aus dem Betrieb lesen, ergänzen und freigeben. Rechnen Sie ehrlich: Wenn die Inhaberin pro Woche eine Stunde dafür hat, sind mehr als ein bis zwei gute Artikel kaum zu schaffen.
3. Wie schnell ändert sich Ihr Fachgebiet?
Eine Steuerkanzlei hat zu Jahresbeginn, bei Gesetzesänderungen und vor Fristen viel zu sagen. Ein Fliesenleger hat eher zeitlose Themen. Bei schnelllebigen Fachgebieten lohnen sich mehr Beiträge, bei zeitlosen eher weniger, dafür gründliche.
Orientierung nach Unternehmensgröße
Die folgende Tabelle ist kein Gesetz, sondern ein Startpunkt aus der Praxis. Passen Sie ihn nach drei Monaten an.
| Situation | Rhythmus zum Start | Bemerkung |
|---|---|---|
| Ein-Personen-Betrieb, wenig Zeit | 1 Artikel pro Monat | lieber gründlich als häufig |
| Kleiner Betrieb mit einer zuständigen Person | 2 Artikel pro Monat | gut planbar, z. B. am 1. und 15. |
| Team mit Redaktion und Prüfung | 1 Artikel pro Woche | braucht einen Themenvorrat |
| Onlineshop mit vielen Produktgruppen | 1 bis 2 Artikel pro Woche | Kaufberatung je Produktgruppe |
| Agentur mit mehreren Kundenblogs | je Kunde 2 bis 4 im Monat | Freigabe durch den Kunden einplanen |
Regelmäßigkeit schlägt Menge
Für Ihre Leserinnen und Leser ist ein verlässlicher Rhythmus angenehmer als Schübe. Wer Ihren Newsletter abonniert hat oder regelmäßig vorbeischaut, gewöhnt sich an "jeden zweiten Dienstag". Für Sie selbst ist Regelmäßigkeit vor allem eine Planungshilfe: Ein fester Termin im Kalender wird eher eingehalten als ein vager Vorsatz.
Vermeiden Sie das typische Muster: Im Januar fünf Artikel, im Februar zwei, ab März nichts mehr. Ein Blog mit langer Pause sieht für Besucher aus, als gäbe es die Firma nicht mehr.
Ein Trick für volle Wochen
Schreiben Sie in ruhigen Phasen vor. Wenn im Winter weniger los ist, legen Sie sich einen Vorrat für den Frühling an. Viele Blogsysteme, darunter WordPress, können Beiträge für einen bestimmten Termin einplanen. So erscheinen Artikel auch dann, wenn Sie gerade auf der Baustelle oder in der Sprechstunde sind.
Wenn eine Pause nicht zu vermeiden ist
Krankheit, Hochsaison, ein großer Auftrag: Es gibt Wochen, in denen der Blog warten muss. Das ist kein Drama, solange Sie bewusst damit umgehen. Drei Dinge helfen:
- Vorrat statt Lücke: Halten Sie zwei bis drei fertige, freigegebene Artikel in Reserve, die nicht an ein Datum gebunden sind. Die setzen Sie ein, wenn ein geplanter Beitrag ausfällt.
- Termin verschieben, nicht streichen: Rutscht ein Artikel um eine Woche, ist das unproblematisch. Fällt er still und leise weg, wird aus einer Lücke schnell eine Gewohnheit.
- Nach der Pause klein anfangen: Starten Sie mit einem einfachen Thema, statt den großen Leitfaden nachzuholen, der schon damals zu viel war.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Dachdeckerbetrieb schreibt von November bis Februar zwei Artikel im Monat und plant für die Monate April bis September nur einen. In der Hochsaison bleibt so Luft, und der Blog bleibt trotzdem sichtbar gepflegt.
Neue Artikel oder alte verbessern?
Häufig übersehen: Ein Blog wächst nicht nur durch neue Beiträge. Ein Artikel von vor zwei Jahren mit veralteten Preisen oder Förderbedingungen schadet eher. Planen Sie deshalb feste Zeit für Überarbeitungen ein, etwa jeden dritten Termin. Prüfen Sie dabei:
- Stimmen Zahlen, Fristen, Preise und Gesetzesstände noch?
- Gibt es neue Fragen, die Sie ergänzen können?
- Passen die Links noch, auch auf neuere Artikel?
- Würden Sie den Text heute noch genauso unterschreiben?
Ändern Sie nach einer echten Überarbeitung das Aktualisierungsdatum, nicht schon bei einem korrigierten Komma.
So finden Sie Ihren Rhythmus in vier Schritten
- Themenvorrat zählen: Wie viele Fragen haben Sie gesammelt?
- Prüfzeit festlegen: Wie viele Stunden pro Monat hat die verantwortliche Person?
- Kleiner starten, als Sie könnten: Wählen Sie den niedrigeren Wert aus beiden Rechnungen.
- Nach drei Monaten prüfen: Haben Sie den Rhythmus geschafft? Wenn ja, erhöhen Sie behutsam. Wenn nein, senken Sie ihn ohne schlechtes Gewissen.
Wenn Sie Beiträge automatisiert vorbereiten lassen, gilt das Gleiche. Unser Ratgeber Blog automatisieren in WordPress erklärt, an welchen Stellen ein Mensch trotzdem prüfen sollte.
Häufige Fragen
Wird mein Blog schlechter gefunden, wenn ich nur einmal im Monat schreibe?
Nicht wegen der Häufigkeit an sich. Ein gründlicher Artikel pro Monat, der eine Frage besser beantwortet als andere Seiten, kann mehr bringen als vier dünne Beiträge. Wichtig ist, dass der Blog erkennbar gepflegt wird.
Was ist der beste Wochentag zum Veröffentlichen?
Für Besucher aus der Suche spielt der Tag kaum eine Rolle, denn sie finden den Artikel, wenn sie danach suchen. Für Newsletter und Social Media lohnt es sich, eigene Erfahrungen zu sammeln: Wann öffnen Ihre Kunden Mails, wann reagieren sie?
Darf ich mehrere Artikel am selben Tag veröffentlichen?
Das ist erlaubt, aber selten sinnvoll. Verteilt über Wochen haben Sie mehr Anlässe, auf neue Inhalte hinzuweisen, und Ihr Blog wirkt lebendiger.
Wer einen festen Rhythmus planen möchte, kann dafür den Redaktionskalender von Blog Automation nutzen: Freigegebene Artikel werden zum gewählten Termin in WordPress veröffentlicht. Ein Tageslimit pro Website verhindert, dass zu viel auf einmal erscheint.
